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Ausstieg aus Brunsbüttel

Stadtwerke ziehen sich aus Kohlekraftwerksprojekt zurück - Von Wibke Woyke

Zur Erinnerung: Monatelang hatte die Kraftwerksbeteiligung für eine Menge Zündstoff gesorgt. Der Konflikt der Stadtwerke mit ihrem Aufsichtsratsmitglied Manfred Radtke endete sogar vor Gericht (alle Berichte auf www.rotenburger-rundschau. de). Dann kehrte Ruhe in die Geschichte ein. Mit Ärger im Bauch erschien David schließlich im Oktober vor dem Rat und machte seinem Unmut über das, wie er es formulierte, "wettbewerbsverzerrende Energiekonzept“ der Bundesregierung Luft. Und eben dieses Energiekonzept spielt eine große Rolle bei der jetzt gefällten Entscheidung, in Brunsbüttel auszusteigen. "Durch die Pläne der Regierung ist entgegen dem Stand vor zwei, drei Jahren eine neue Situation eingetreten. Die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke und der beabsichtigte massive ausbau der Windenergie an Land und auf See werden dazu führen, dass das Kohlekraftwerk nur sehr eingeschränkt betrieben werden kann“, ist David überzeugt. Außerdem werde Kohle laut aussage der Regierung "langfristig keine Rolle mehr spielen“.

Wie der ausstieg aus dem Projekt vonstatten geht, dazu kann David noch keine Details nennen. Dass er beschlossene Sache ist, ist aber Fakt. Jetzt geht es um die Klärung formaler Kriterien.

Und es gibt noch mehr Neuigkeiten von den Stadtwerken. Denn der Aufsichtsrat hat die Planungen für 2011 verabschiedet. Versorgungssicherheit und Netzstabilität sind wichtige Aspekte. Insgesamt knapp sechs Millionen Euro will das Unternehmen im kommenden Jahr in Rotenburg investieren. So sind Erneuerungen und ausbauten des Strom-, Gas-und Wassernetzes unter anderem in der Soltauer und Harburger Straße geplant. Einige Netzausbauten werden gemeinsam mit den von der Stadt beziehungsweise dem Straßenbauamt Verden beabsichtigten Straßenbaumaßnahmen durchgeführt - wie in der Verdener Straße/Mühlen-straße (Umgestaltung B215). Bei einigen Projekten werden im Zuge der Arbeiten auch Hausanschlüsse der angrenzenden Gebäude saniert.

Das größte Projekt, das im kommenden Jahr ansteht, ist die Entstehung eines Blockheizkraftwerks (BHKW). Dabei wird das Heizwerk der Rotenburger Werke zu einer Strom- und Wärmezentrale umgebaut. "Durch die gleichzeitige Erzeugung von Strom und Wärme werden jährlich CO2­Emmissionen in Höhe von rund 40 Prozent vermieden, entsprechend etwa 8.000 Tonnen CO2“, so die Erläuterung. aus der Energiezentrale werden die Rotenburger Werke sowie das Diakoniekrankenhaus versorgt. Durch das richtungweisende Projekt werden die Stadtwerke knapp 20 Prozent ihrer Strommenge selbst erzeugen. Positiv anzumerken sei zudem, dass Investitionen und damit Beschäftigung vor Ort verblieben. "Das Projekt ist ein Meilenstein und es ist sehr erfreulich, dass sich hier drei Unternehmen zusammengefunden haben, die alle bereits seit mehr 100 Jahren in Rotenburg aktiv sind“, so David.

Die Stadtwerke wollen darüber hinaus auf dem Dach der Energiezentrale im Neubaugebiet Knickchaussee eine Photovoltaik-Anlage installieren. Außerdem planen sie die Errichtung weiterer energieeffizienter BHKW-Anlagen. In umweltfreundliche Projekte werden insgesamt rund vier Millionen Euro gesteckt.

Rotenburger Rundschau vom 12.12.2010

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