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Grindel für Erdverkabelung

Suedlink: CDU-Politiker trifft sich mit Bürgerinitiative

Vor seinem Treffen hatte sich Grindel ausführlich mit dem Chef der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, der aus Rotenburg stammt, ausgetauscht. Die Bundesnetzagentur ist die Genehmigungsbehörde für die Stromtrasse. Grindel berichtete, dass jährlich ein Netzentwicklungsplan erstellt wird. Die Anmeldungen des Landes Schleswig-Holstein für das Jahr 2025 für Netzkapazitäten aus Windenergie und Photovoltaik übertreffen danach den Eigenbedarf des Landes um das fünffache.

Grindel: „Ich bin mir mit der Bundesnetzagentur einig, dass es sich dabei eben nicht nur um den Abbau von Windspitzen handelt. Dafür würde man eine so teure Leitung nicht bauen.“ Das Problem ist die Abschaltung von Atomkraftwerken in Baden-Württemberg und Bayern, weshalb die Suedlink-Trasse auch an den jetzigen Kraftwerksstandorte Grafenrheinfeld und Neckarwestheim endet. Außerdem soll mit Suedlink Strom aus norwegischen Wasserkraftwerken in den Süden Deutschlands kommen.

Das Argument, die Trasse diene mehr dem Transport von Kohlestrom, betrachtet die Bundesnetzagentur nach den Worten Grindels als abwegig. „Da es sich um abzweigungsfreie Leitungen handelt, sind die Anbindungen von Kraftwerken oder Umspannwerken ohne teure Konverter nicht möglich. Während bis 2023 große Mengen von Windkraftanlagen zugebaut werden, zeigt die Netzplanung für die Kapazitäten aus Braun- und Steinkohlekraftwerken nur marginale Veränderungen.“

Ebenso führe eine ausschließlich dezentrale Energieversorgung nach Analysen der Genehmigungsbehörde nicht weiter. Solar- und Windstrom seien stark abhängig von der Wetterlage. Die vorhandenen Speicherkapazitäten reichten nicht aus, um zwei Wochen Windstille oder Regenwetter zu überbrücken. Um Versorgungsicherheit zu gewährleisten, müsse Strom aus anderen Regionen importiert werden. Grindel: „Dezentrale Versorgungssysteme setzen insofern mehr Netz-ausbau und nicht weniger voraus und sind viel teurer.“

Der CDU-Abgeordnete machte die BI darauf aufmerksam, dass sich im Entwurf des EEG-Reformgesetzes von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel eine Vorschrift findet, die Erdverkabelung erleichtere. „Bei Tennet ist man auch der Auffassung, dass angesichts der Langfristigkeit der Trasse höhere Investitionskosten durch Erdverkabelung vertretbar sind“, berichtete Grindel. Erdverkabelung und eine genaue Analyse des Trassenverlaufs zwischen Sottrum und Westerwalsede seien jetzt das Gebot der Stunde.

Grindel freut sich zudem, dass Homann angeboten hat, nach dem 25. Mai zu einer Diskussion nach Rotenburg zu kommen. Dabei solle auch die Kritik Reinhard Davids aufgenommen werden, der die Trasse angesichts des Aufkommens von Wind- und Solarenergie in Norddeutschland infrage stellt.

Rotenburger Rundschau vom 02.05.2014

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