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In der Farbe liegt die Kraft

Sottrumer Künstlerin Christina Völker stellt in den Geschäftsräumen der Stadtwerke Rotenburg aus

ROTENBURG Unter dem Motto „Durchgangsverkehr“ stellt die Sottrumer Künstlerin Christina Völker in den Geschäftsräumen der Stadtwerke Rotenburg eine beeindruckende Auswahl ihrer Bilder aus drei verschiedenen Schaffensperioden aus.

Christina Völker wurde 1973 in Kassel geboren und war schon als Kind selten ohne Papier, Stift oder Pinsel anzutreffen. Dennoch lernte sie erst einmal „etwas Vernünftiges“, wurde Arzthelferin, nahm neben der Berufstätigkeit Kurse im Zeichnen und Malen, bevor sie sich dann 2001 endgültig entschloss, den weißen Kittel an den Nagel zu hängen und ein Studium an der Hochschule für Künste im Sozialen in Ottersberg zu beginnen. Seit 2005 arbeitet sie als Kunsttherapeutin bei der Lebenshilfe und in künstlerischen Projekten mit behinderten Menschen sowie als freischaffende Künstlerin mit vielen Ausstellungen im norddeutschen Raum. 2013 wurde sie Preisträgerin der Verdener Kunstbörse und mit diesem renommierten Kunstpreis einem größeren Publikum bekannt.

2016, als Stipendiatin des Wilke Ateliers in Bremerhaven, kam sie durch das Auswandererhaus mit der Thematik von Flucht und Auswanderung in Berührung, was sich bei der jetzigen Ausstellung in den Werken „Die Überfahrt“, „Die Ankunft“, „Blick über die Grenze“ und mehreren Bildern ohne Titel niederschlägt. Die ihr ganz eigene Malweise mit den farbigen oder schwarzen Konturen um Gestalten und die tiefschwarzen oder braunen Kontraste, die sie nicht mit Acryl, sondern mit Bitumen malt, geben ihren Bildern einen eigenen, unverwechselbaren Wiedererkennungswert.

Die Bilder mit dem Titel „Spielkinder“ zeugen von ihrer Liebe zu Erinnerungen, so wie sie auch alte Fotos nimmt und die prägenden menschlichen Umrisse daraus extrahiert und in ihren Bildern bearbeitet. Offen lässt sie die Deutung, die sie dem Betrachter überlassen möchte, weshalb sie mehrere Bilder auch „ohne Titel“ lässt. Viele Bilder beinhalten eine Ambivalenz, die auch die Besucher der Vernissage in ihren ersten Eindrücken zur Sprache brachten. Beispielsweise kann man die Silhouette eines Mannes mit einem Kind an der Hand ebenso als fürsorglichen Vater wie auch einen „bösen Onkel“ oder „schwarzen Mann“ deuten, was in der Intention der Künstlerin genauso gewollt ist.

Ihre Bilder sollen zum Denken und Nachdenken anregen, und das kann man in den Räumen der Stadtwerke Rotenburg zu den regulären Bürozeiten noch bis zum 9. Januar tun, solange läuft die sehenswerte Ausstellung dieser jungen Künstlerin mit großem Potenzial, von der man sicher noch viel hören wird.

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