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Islamisten werden das Sagen haben

Ulrich Kienzle startete „Versuch, die arabische Welt zu verstehen“ / Workshop im Heimathaus

...die Umwälzungen in Iran und Irak, in Marokko,Tunesien, Algerien, Libyen, dem Jemen, in Syrien sowie auch und vor allem in Ägypten könnten ein aus westlicher Sicht gutes Ende nehmen. Letztlich werden die Islamisten das Sagen haben. Kienzle war von den Machern der „Initiative CO2“ als Referent gewonnen worden. Ganztägig standen dort im Rahmen eines Workshops die Möglichkeiten im Mittelpunkt, die die Energiewende bietet. Unter anderem auch mehr Unabhängigkeit vom arabischen Erdöl.

Hochkarätige Referenten beleuchteten Aspekte der Energiewende, erläuterten neue technologische Ansätze, wiesen auf Förderprogramme hin und sparten auch das Fracking nicht aus. Kreisstadt-Bürgermeister Detlef Eichinger stellte eingangs die Anstrengungen vor, die seitens der Stadt und privater Initiativen in puncto Energiewende und Klimaschutz bereits auf die Schienen gesetzt wurden. Ein ganzheitliches Klimakonzept bedinge „Personal- und Finanzressourcen, die oft nicht vorhanden sind“, gab Eichinger zu bedenken. Šo sei es mehr die Vielzahl von Maßnahmen, die den Klimaschutz in der Stadt voranbrächten. Beispielhaft nannte der Bürgermeister LED-Leuchten für die Straße, energetische Sanierung an öffentlichen Gebäuden, Photovoltaikanlagen und erdgasbetriebene Dienstfahrzeuge. Über die Energiewende vor Ort klärte Stadtwerke-Chef Reinhard David auf. Sein Pendant vom Wasserversorgungsverband, Volker Meyer, beleuchtete den Grundwasserschutz in der Region. Bevor die Referenten unter der Leitung von Journalist Martin Busch versuchten, in einer Expertenrunde „die Energien von Morgen (zu) verstehen“, beschrieb Ulrich Kienzle den „Abschied von 1001 Nacht“ und schilderte seinen „Versuch, die arabische Welt zu verstehen.“

Kein Nahost-Kenner habe die revolutionären Entwicklungen, das Aufbegehren der Menschen gegen Diktatoren und herrschende Klassen vorausgesehen, machte Kienzle deutlich. Ausnahme sei ein französischer Autor gewesen, der allein anhand statistischer Daten darauf verwiesen hatte, dass Umwälzungen in großem Stil kaum zu vermeiden seien. Von den 350 Millionen Arabern sind mehr als die Hälfte unter 26 Jahre alt, und „das junge Arabien hat keine Perspektiven.“

Der Westen müsse sich mit dem Gedanken abfinden, dass Islamisten, wie die bereits 1928 gegründete Moslembruderschaft in Ägypten, als Sieger aus dieser vielschichtigen Entwicklung hervorgingen, die maßgeblich von Konflikten zwischen Schiiten und Sunniten gespeist werde. Für Syrien bestehe die Gefahr, dass der Staat gänzlich auseinander fiele, dass sich die ehedem von den Kolonialmächten gezogenen Grenzen auflösten.

Als Verlierer könnten Frauen ebenso wie Christen auf der Strecke bleiben. Die Türkei werde als Gewinner aus der Krise hervorgehen, sagt Kienzle. Premier Erdogan habe seiner Einschätzung nach kaum noch Interesse an Europa, der deutsche Patriot-Einsatz sei eine Farce und ein Palästinenser-Staat in der Westbank mache allein wegen der israelischen Siedlungspolitik wenig Sinn. · sf

Rotenburger Kreiszeitung

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