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Wichtig ist Versorgungssicherheit

Stadtwerke-Geschäftsführer Reinhard David in Diskussion mit Ministerpräsident Stephan Weil

wk. Stadtwerke-Chef Reinhard David warnte vor übertriebener Euphorie auf einer Diskussion Anfang dieser Woche bei der Industrie- und Handelskammer Stade (IHK) zum Thema „Energiewende in Niedersachsen - Entwicklungen — Herausforderungen — Erfahrungen.“

Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte als Hauptreferent der Veranstaltung zuvor betont, dass die Berliner Koalition mit der gebündelten Kompetenz in einem Ministerium und der Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Welchen richtig gestellt habe. Dabei sehe er das Flächenland Niedersachsen mit seinem nahezu unbegrenzt vorhandenen „Rohstoff“ Wind als eine Hochburg der Energiewende.

Vor dem Hintergrund von 50.000 neuen Arbeitsplätzen In Norddeutschland und der Zielsetzung, bis 2030 zwei Drittel des Atomstroms durch Energie aus Offshore-Windparks zu ersetzen, müsse jetzt die Verteilung des Stroms in alle Landesteile gesichert werden, erklärte der Ministerpräsident. Dabei verglich Weil die Energiewende mit einem Marathonlauf, der in 2000 begonnen habe und vielleicht in 2060 abgeschlossen sein könnte. Dem dargelegten Kurs konnten nicht alle eingeladenen Wirtschaftsvertreter uneingeschränkt folgen. Thomas Gellweiler, Chef des international agierenden mittelständischen Armaturenherstellers Ritag aus Osterholz-Scharmbeck, hob hervor, dass Deutschland zurzeit vom Ausland noch um seine Versorgungssicherheit beneidet werde. Ein Standortvorteil, den man nicht gefährden dürfe.

Und Dieter Schnepel, Leiter des US-amerikanischen Werkes von Dow Chemical in Stade, warnte vor einer bereits stattfindenden schleichenden Deindustrialisierung. „Die Energiewende hat einen Fehler im System“, erklärte Stadtwerke-Chef Reinhard David. Energieversorger, Stadtwerke, Unternehmen aus der Solar-, Wind- und Biogasbranche geraten immer stärker in große wirtschaftliche Schwierigkeiten. Außerdem trete das EEG den Stadtwerken Im Versorgungsalltag als Bürokratiemonster gegenüber. Das Ziel der Bundesregierung, die C02- Emissionen deutlich zu senken, würden vor allem Blockheizkraftwerke vor Ort ideal gewährleisten. Sie erzeugen über Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) gleichzeitig Strom und Wärme — sehr effektiv, äußerst wirtschaftlich und jederzeit sicher verfügbar. Diese Sicherheit sei es, auf die der Wirtschaftsstandort Deutschland nicht verzichten könne, betonte David.

Auf seine Sorge, die aktuell diskutierten Änderungen des KWK-Gesetzes könnten die Wirtschaftlichkeit von Blockheizkraftwerken dämpfen, erklärte Ministerpräsident Weil, die KWK-Technik unterstützen zu wollen. Kontrovers verlief die Diskussion zu Suedlink, während Weil betonte, dass der Trassenkorridor in einem transparenten Verfahren zügig festgelegt werden solle, wenn nötig auch als Erdkabel, verwies David darauf, dass Wind- und Solarenergie keine verlässlichen Stromerzeuger seien. Sie könnten kein einziges konventionelles Kraftwerk ersetzen. Suedlink würde auch nur Windspitzen von Nord nach Süd transportieren. Die Stromproduktion vor Ort sei effektiver und wirtschaftlicher.

Doch egal, wie der Strommix der Zukunft auch aussehen mag, Unwägbarkeiten in der Energieversorgung und Lücken in der Versorgungssicherheit könnten den gesamten Wirtschaftsstandort Deutschland gefährden. Darin waren sich die Diskussionsteilnehmer in Stade einig.

Wümmekurier vom 16.03.2015

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